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KaJu
14.10.2014, 15:36
Hüftgelenksdysplasie (HD) beim Hund

Was ist HD?

Das Hüftgelenk ist ein Kugelgelenk. Im Beckenknochen befindet sich die Gelenkpfanne, in der der Gelenkkopf des Oberschenkelknochens liegt. Knorpel auf dem Gelenkkopf und in der Gelenkpfanne sorgen für reibungslose Beweglichkeit und wirkt stoßdämpfend.
Die HD ist eine Fehlbildung dieser Strukturen. Die knöchernen Bestandteile des Hüftgelenkspassen nicht zusammen und/oder die Weichteile u.a. die Gelenkkapsel halten das Gelenk nicht straff genug zusammen.
Die Hüftgelenksdysplasie führt zur Arthrose in verschiedenen Schweregraden.

Was sind die Ursachen für HD?

Die erbliche Komponente

Die HD ist erblich bedingt. Die Veranlagung zu ihrer Entstehung ist bereits bei der Geburt vorhanden und entwickelt sich während der Wachstumsphase des Hundes.
Allerdings nicht jeder Hund, der entsprechende Anlagen trägt und weitervererbt, leidet selbst an HD. Er kann aber erkrankte Nachkommen haben.

Die fütterungsbedingte Komponente

Zu eiweiß-und energiereiche Ernährung beeinflussen ein dysplastisches Hüftgelenk negativ.

Überbeanspruchung desBewegungsapparates

Erhöhte körperliche Aktivität des Hundes - vor allem im Wachstumsalter - wirken sich nachteilig aus. Andererseits kann der Besitzer durch dosierte Belastung dafür sorgen, dass ein solider Muskelmantel gebildet wird, der das Gelenk stabilisiert.

Konstitution des Hundes

Es sind vorallem größere Hunderassen von HD betroffen. Wegen der Belastung durch die Körpermasse und der höheren Stoffwechselintensität während der Wachstumsphase sind große Rassen anfälliger als kleine.

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Am meisten sind die erblichen Faktoren bei der HD entscheidend. Es kann bei Hunden mit der Veranlagung trotz optimaler Fütterung und Haltung zur Ausbildung von schweren Dysplasien kommen. Andere Hunde bekommen trotz massiver Fütterungs- und Haltungsfehler nur geringfügige oder gar keine Dysplasie.

Wie äußert sich HD?

- Schmerzen (Anlaufschmerzen z.B. beim Aufstehen, Berührungsschmerz, Belastungsschmerz)
- Lahmheit
- sinkende Belastbarkeit
- verkürzte Schrittlänge
- asymmetrische Beckenstellung
- einseitiger Abbau der Gesäßmuskulatur
- eingeschränkte Streckung eines Hinterbeines

Zur endgültigen Diagnosestellung sind Röntgenaufnahmen in kurzer Narkose erforderlich!

Wie behandelt man eine HD?

Die Hüftgelenksdysplasie und ihre Symptome können sehr unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Daher ergeben sehr viele unterschiedlicheTherapiemöglichkeiten, die abhängig vom Alter des Hundes, Fortschritt des Knochenwachstums, Grad der HD, Grad der Arthrose, Körpergewicht, Gewichtsverteilung, finanziellen Möglichkeiten, Erfahrungen des behandelndenTierarztes und Möglichkeit zur Physiotherapie sind.

konservative Behandlung

- Belastungsanpassung:

Je nach Grad der Arthrose muss auch die Belastung des Hundes angepasst werden. Regelmäßige, gleichmäßige Bewegungen sowie z.B. schwimmen und laufen auf weichem Boden sind besser als Tobe-, Start- und Stoppspiele oder stoßartige Belastungen.

- Physiotherapie:

Es gibt verschiedenste physiotherapeutische Methoden zur Schmerzlinderung, Muskelentspannung, Muskelkräftigung und Ausdauer- und Konditionstraining.

- Schmerz-und Entzündungshemmer:

Schmerz-und entzündungshemmende Medikamente in Absprache mit dem Tierarzt (z.B. Rimadyl, Metacam, Trocoxil usw.)

- Futtermittelzusätze:

- Glucosamin und Chondroitin zum Knorpelaufbau
- getreidefreie Ernährung
- Grünlippmuschelextrakt in Kuren oder dauerhaft
- MSM ( Methyl-Sulfanyl-Methan) organische Schwefelverbindung, die bei Schmerz und Entzündung helfen kann
- Braunhirsemehl
- Dexboron als pflanzl. "Schmerzmittel"

- Alternativmedizin:

z.B. Homöopathie, Goldakupunktur etc.



operative Behandlung

Die häufigsten sind

1. Beckenosteotomie: (dreifach oder zweifach)

Chirurgische Umstellung der Hüftgelenkspfanne, in dem die Beckenknochen durchtrennt werden und in einer besseren Stellung zueinander durch Schrauben und Platten fixiert werden. Der Hüftkopf sitzt anschließend besser in der Gelenkpfanne.

2. Denervation:

Der Nerv, der die Gelenkkapsel versorgt, wird durchtrennt und damit das Schmerzempfinden im Hüftgelenk. Die Nervenenden können aber wieder zusammenwachsen.

3. künstliches Hüftgelenk:

Gelenkpfanne und Gelenkkopf werden durch Titan oder speziellen Kunststoff ersetzt.

4. Femurkopf-Resektion:

Der Oberschenkelkopf wird operativ entfernt. Nach einiger Zeit bildet sich ein"Pseudogelenk", das bindegewebig und durch Muskulatur stabilisiert wird.

Fazit:

Die Hüftgelenkdysplasie ist eine sehr häufige Erkrankung beim Hund. Sie führt unweigerlich zur Arthrose der betroffenen Gelenke. Dennoch verläuft sie oft symptomlos oder lässt sich mit einfachen - in der Regel nichtchirurgischen - Behandlungsmethoden erfolgreich therapieren.