K. und D. über die Adoption von R&F-Hund Eddy

Eigentlich war ein Hund für uns bislang kein Thema. Wir lieben zwar beide Hunde, waren jedoch zeitlich sehr eingespannt mit all unseren Hobbies. Aber dann kam meine Mutter.

Zwischen 38.573.727 Tierschutzseiten bei Facebook folgte sie unter anderem Retriever & Friends.
Und eines Tages tauchte er dann da auf. Eddy.



11 Jahre alt und auf einmal Waise, weil sein Besitzer gestorben ist. Und irgendwie ist es bei meiner Mutter immer das gleiche: Wenn sie zwischen den hunderten von Vermittlungstieren dieses Eine sieht, das zu unserer Familie passt, dann weiß sie es auf den ersten Blick. So war es auch bei Eddy.

Einziges Problem: Mein Vater wollte keinen Zweithund.
Dabei hätte es so gut gepasst. Ihr Ersthund ist im selben Alter. Tage und Wochen vergingen und Eddy war nicht mehr im Gespräch, jedoch immer noch bei meiner Mutter im Kopf. Sie erzählte mir also irgendwann von ihm. Und ich dachte: Wieso haben wir eigentlich keinen Hund? Das würde doch passen! Ich sprach mit D., meinem Freund, und der war auch nicht abgeneigt vom Gedanken einen Hund zu adoptieren. Ich zeigte ihm Eddy und er mochte ihn. Ich zeigte ihm Eddys Tagebuch und er war begeistert.

Bevor wir es uns anders überlegten oder die Sache "kaputtdachten", füllte ich kurzerhand das Bewerbungsformular aus und das Warten begann. Irgendwann meldete sich jemand von der Organisation. Aufregung pur. Uns wurde der Hund noch einmal am Telefon beschrieben und eine Vorkontrolle für Eds potentielles neues Zuhause wurde vereinbart.

Andrea, ein R&F- Mitglied aus unserer Nähe, kam einige Tage später mit ihren Hunden vorbei und schaute sich alles genau an: passt unsere Wohnsituation zum Tier? Passen wir zum Tier?
Und es passte - laut Andrea sogar "wie ein Sechser im Lotto". Das freute uns ungemein und wir bekamen grünes Licht - wir durften Ed kennenlernen. Also machten wir uns wieder ein paar Tage später auf den 3 1/2 stündigen Weg, um unser neues potentielles Familienmitglied kennenzulernen.

Was sollen wir sagen? Es war Liebe auf den ersten Blick. Ed begrüßte uns an der Tür, schmiegte sich an und war entspannt. Nach einer Minute stand fest: Den nehmen wir mit.

Die nächsten Tage waren aufregend - im positiven und negativen Sinne. Wir kannten uns nicht und dieser arme, alte Hund wurde in sein neues Zuhause verfrachtet. Er war gestresst, was uns stresste und wir versuchten alles, um ihm die Übergangszeit so einfach wie möglich zu machen. Das Wichtigste für uns war, dass er von Anfang an merkt, dass er nun bleibt - bis zum Schluss.

Zuerst hatte er Angst: vor unserem Laminat, vor unserer Treppe, vorm Auto fahren, da er dachte er müsse wieder weg. Das alles bricht einem schier das Herz, aber man muss es aushalten. Und es wurde schnell besser.

Da Ed nicht unser erstes Tier war (wir haben noch 2 Pferde), wollten wir nichts dem Zufall überlassen - ganz nach dem Motto "Je besser der Hund mit uns "funktioniert", desto mehr Freiheit haben wir alle."
Eine Woche nach seinem Einzug meldeten wir uns bei der Hundeschule an, um D. mehr Sicherheit im Umgang mit Ed zu geben. Ed war schliesslich sein erster Hund und es gab viel zu lernen.

Nun, nach den ersten gemeinsamen Monaten, hat sich viel getan.
Wir sind zu einer Einheit geworden. Ed begleitet uns freiläufig zu den Pferden, er hört "wie ne Eins", versteht sich mit allen und ist eine absolute Bereicherung für unser Leben.

Auch wenn der Start holprig war - man muss dran bleiben - es lohnt.

Mit unserer Geschichte möchten wir alle ermutigen, die sich überlegen einen älteren Hund zu adoptieren: MACHT ES.
Alles, was ihr gebt, bekommt ihr doppelt zurück.