Pflegestelle - eine Herzensangelegenheit
Familie Finck (nick: cfinck) über ihren Weg als Pflegestelle bei R&F



"Schon immer leben in unserer Familie Hunde. Nach dem Tod unserer 15-jährigen Labbihündin Emma im Dezember 2018 stand deshalb für uns fest - unsere Greta, damals gerade ein Jahr alt, soll nicht alleine bleiben.



Während unserer Suche sind wir auch auf die Internetseite von Retriever & Friends gestoßen. Das Engagement für die Hunde und die Tagebucheinträge der Pflegestellen haben uns inspiriert und begeistert. Schnell stand fest, dass wir auch einem dieser Hunde ein neues Zuhause geben möchten. Und so zog im März 2019 unsere kleine Motte bei uns ein.



Schon zu diesem Zeitpunkt fanden wir den Gedanken toll, Pflegestelle zu sein und eigentlich war die Entscheidung bereits da getroffen, dass wir auch anderen Hunden durch eine Pflegestelle helfen wollen.

Aber Wann? Wann ist der richtige Zeitpunkt einen weiteren Hund in unser Leben zu lassen?
Motte, unser adoptierter R&F-Hund, ist blind und war erst ein halbes Jahr alt als sie zu uns kam. Es war für uns eine ganz neue Herausforderung, denn ein Hund mit Handicap bedeutet auch eine Umstellung und benötigt viel Aufmerksamkeit. So musste das Thema Pflegehund erst mal warten. Aber wie auch Motte lernte, so lernten auch wir mit ihren „Special Needs“ umzugehen. Mit der Zeit vertraute uns Motte genauso wie Greta. Man merkt ihr gar nicht mehr an, dass sie uns und alles andere gar nicht sieht.

Wir wollten immer noch mehr tun. Die vielen, teilweise sehr traurigen, und mitreißenden Berichte bei Retriver & Friends nahmen mich mit. Wenn man doch nur allen helfen könnte…

Immer wieder las ich die Berichte zu einem ehemaligen schwarzen Labrador-Zuchtrüden.



Da zunächst keine geeignete Pflegestelle für ihn frei war, starte er seine Zeit bei R&F übergangsweise in einer Tierpension.

Es zerriss mir das Herz. In unserer Familie haben wir zwar oft über ihn gesprochen, aber die Entscheidung, ihm ein Pflegekörbchen zu geben, fiel trotzdem relativ spontan. Wir fassten den Entschluss, wenn er nach unserem Urlaub immer noch kein Zuhause hat, dann werden wir sein Zuhause auf Zeit sein.

Wir schrieben Retriver & Friends und es klappte.
Es ist eine neue und spannende Aufgabe und Herausforderung, aber wenn man einer lieben Seele helfen kann, ist das Lohn genug. Der schöne Schwarze hat nach einiger Zeit ein Pflegezuhause bei uns gefunden.


Nach einer langen Fahrt ist Tom am 3. Oktober 2019 bei uns angekommen.
Da Greta und Motte bei Hundebegegnungen während des Gassigehens keinerlei Probleme haben, gestalteten wir das erste Aufeinandertreffen mit Tom als zufällige Begegnung vor unserem Haus. Die Drei habe sich sofort schwanzwedelnd begrüßt. Danach ging es zuerst in unseren Garten und als Tom diesen ausgiebig inspiziert hatte, weiter ins Haus.

Tom ist schreckhaft, eher zurückhaltend und es fehlt ihm an Selbstbewusstsein. Das erschwert zwar den Umgang mit Menschen, aber mit unseren Labbimädels versteht er sich super. Es ist ungewohnt, wenn man immer Hunde hatte, die von klein auf bei einem sind, einem blind vertrauen und nun mit Tom einen Hund zu haben, der eher zögerlich ist und seine eigene Zeit braucht. Wir müssen lernen, dass jeder sein eigenes Tempo hat und so erzieht Tom uns zur Geduld, während wir ihm zeigen, was Familienleben ausmacht.

Jeden Tag können wir kleine Fortschritte bei Tom feststellen, die uns begeistern und stolz auf ihn machen.
Wenn er sich dann auf den Rücken legt, die Mauern fallen lässt und einfach nur Hund ist – genau in diesen Momenten wissen wir, dass wir das richtige tun."