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Thema: Sammie - Golden Retriever-Labrador Mix, 8 Jahre, Abgabehund

  1. #1
    Team - Pflegestellenbetreuung Avatar von SaSu
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    Standard Sammie - Golden Retriever-Labrador Mix, 8 Jahre, Abgabehund





    Sammieangekommen bei Freunden,

    sucht ein neues Zuhause.

    Hier geht es zum Bewerbungsformular für Sammie!



  2. #2
    Team - Pflegestellenbetreuung Avatar von SaSu
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    Standard

    Sammie befindet sich in 24... im Kreis Plön in einer Pflegestelle

    Profil folgt,...

  3. #3
    Pflegestelle Avatar von Troll2006
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    Standard Sammie, wie alles begonen hat

    und was bis heute daraus geworden ist:

    Wir, Kimmi, Minou und ich (an dem Tag noch als Möchtegern - Pflegepapa) waren spät abends im Vogtland angekommen.
    Wir würden dort prüfen, ob „die Herren sich verstehen“ = ob die beiden Rüden Kimmi und Sammie eine Zeitlang zusammen leben können würden oder nicht.

    Der Morgen am Tag der Entscheidung war recht unwarm (- 4°) aber klar und vielversprechend:



    Nach einem Frühstück ging es zu dann zu Sammie, der an diesem Morgen beim Aufwachen sicher nicht mit dem, was dann passieren sollte, gerechnet hatte
    (uns aber bereits nach 2 Tagen im Pflegestübchen deutlich vermittelte, dass er damit absolut einverstanden ist):



    Nach 5 Stunden Kontaktpflege war der Knochen gekaut:
    Kimmi und Sammie hatten von Anfang keine Probleme miteinander und ich trat, jetzt als wirklicher Pflegepapa, mit dem Rudel die Heimfahrt an.
    Natürlich mit ausgiebigen technischen Pausen:



    Die immer wieder spannende Frage nach dem Ablauf der ersten Nacht beantwortet sich sehr klar:



    Inzwischen ist Sammie seit 5 Tagen unser Gast und es kommt uns vor, als wären es schon 5 Wochen:
    Obwohl er bisher 8 Jahre als Einzelhund lebte akzeptiert er das Rudel und seine neue Position problemlos.
    Was wissen wir heute von Sammie, sicher noch nicht alles, aber wir wissen, Sammie:

    Sitzt gerne im Garten, beobachtet und kommentiert



    Ist im Haus ruhig und ausgeglichen, einer seiner Lieblingsplätze ist unter Pflegepapas Schreibtisch
    (und dann stupst plötzlich eine feuchte Hundenase an die Hand: Streichel mich mal!)



    Ist draußen ein Energiebündel, dass den Begriff „Leinenführung“ auf eine sehr individuelle Weise interpretiert: „Mir ist völlig egal, wen ich hinter mir an der Leine führe!



    Ist ein absolut liebenswerter Labbirüde mit Herzensbrecherblick:



    Was uns nach 5 Tagen schon gar nicht mehr auffällt und ich deswegen an dieser Stelle auch fast vergessen hätte:
    Bei Sammies Geburt blieb die Pfote des rechten Hinterlaufs zurück, er läuft daher seit 8 Jahren auf 3 Beinen.

    Über daraus resultierende Konsequenzen für sein zukünftiges Leben werden wir in der nächsten Woche fachkundigen Rat einholen, verbunden mit hilfreichen Tipps (wir werden berichten...)
    Für Sammie ist das, wie in dem folgenden kurzen Video erkennbar, kein Problem:



    Soviel für den Anfang, es wird sicher weitergehen...

  4. #4
    Pflegestelle Avatar von Troll2006
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    Standard Sammie, was der Junge ist,

    was nicht, und wie er damit umgeht.



    Sammie ist jetzt fast 3 Wochen bei uns und wir haben die vergangenen Tagen intensiv genutzt um zu erforschen , wer da in unserem Pflegekörbchen gelandet ist.
    Das was wir bisher erlebt und festgestellt haben versuche ich in den kommenden Zeilen einzuordnen und zu einem vorläufigen Bild von Sammie zu zeigen:
    (Achtung, textlastiger Beitrag viel Input, wenig bis keine Unterhaltung, auch die Fotos passen nicht immer direkt zum Text!)

    Am auffälligsten ist Sammies sehr ausgeprägte Bereitschaft und Fähigkeit sich anzupassen und einordnen zu lassen:



    Nach unserem Wissen war Sammie bisher Einzelhund, umso überraschender war es für uns, dass die Eingliederung in unser Rudel völlig problemlos (!) geschah.
    Sammie hat in kürzester Zeit begriffen und akzeptiert, dass er nach unserem Rüden Kimmi und unserer Hündin Minou die Nr. 3 ist, egal ob es um das
    Reingehen nach Gassigängen oder dem Verteilen von Lekkerlies geht.
    Es hat auch keine Anzeichen von Futterneid gegeben, von Anfang an werden die Mahlzeiten problemlos räumlich zusammen eingenommen.

    Konflikte wegen einer Rangfolge sind bisher noch nicht mal ansatzweise aufgetreten.



    Uns Menschen gegenüber war Sammie von Beginn an sehr aufgeschlossen, mittlerweile ist daraus ein überwiegend sehr liebevolles, zutrauliches und verschmustes Miteinander geworden.
    Sammie hat sich so problemlos in unsere täglichen Abläufe integriert und fühlt sich damit erkennbar wohl!



    Natürlich entsteht hinter dem Staunen und der Freude über diese unerwartet problemlose Integration bei uns Pflegeeltern auch die Frage nach dem Warum:

    Wieso verlässt Sammie seine bisherige Position als Prinz so übergangslos und stellt sich hinten an?
    Warum versucht er nicht, sich in den Vordergrund zu drängen und der Rüde im Rudel zu sein, zumal unser Kimmi ausgesprochen defensiv und zurückhaltend ist,
    es wäre also nicht schwer für Sammie „Boss“ zu spielen?



    Beantwortet werden diese Fragen durch die Beschreibung dessen, was Sammie ist und was nicht:

    Sammie ist ängstlich, sehr unsicher, erkennbar ungeübt im Umgang mit anderen Hunden und sehr schnell überfordert
    (die Reihenfolge ist keine Wertung).



    Sammie ist nicht souverän, nicht selbstsicher und mutig, kein Draufgänger und Führer !

    Unsere Hunde sind völlig ohne Aggressionen (ausgenommen davon sind: Futternapfinhalte, fliegende Insekten und Eichhörnchen),
    ebenfalls zurückhaltend, ängstlich, nicht souverän und keine Führer, unter ihnen gibt es keine zu verteidigende Rangfolge.
    Der „Boss“ ist 2-beinig, übernimmt die Führung und Verantwortung, vermittelt Sicherheit.

    Diese Konstellation wird Sammie gerecht, sie entlastet ihn und verspricht Geborgenheit.

    Alles prima, eine absolut harmonische Situation. ...fast.



    Die im vorherigen Tagebucheintrag schon erwähnte fehlende Pfote sowie diverse länger zurückliegende Verletzungen sind damit heute nicht gemeint.
    Sie werden in den nächsten Tagen intensiv untersucht, über die Ergebnisse und daraus resultierenden Konsequenzen wird in einem der nächsten Beiträge berichtet werden.

    Sie spielen allerdings trotzdem hier und heute ein nicht unwichtige Rolle:

    Wir machen die Verletzungen und die Umstände unter denen sie entstanden sind für einige Auffälligkeiten von Sammie mit verantwortlich.

    Über die Entstehung der Wunden haben wir keine belastbaren Informationen, unsere Recherchen konnten bisher nur den Zeitraum der Entstehung etwas eingrenzen:

    Das Geschehen scheint sich in den ersten 12 Lebensmonaten von Sammie abgespielt zu haben.



    Wenn Sammie sich ängstigt, bedrängt fühlt und / oder überfordert ist zeigt er dies durch Knurren und, wenn Mensch nicht darauf reagiert, durch Abschnappen.
    Situationen in denen wir es erlebt haben sind z.B.: jeweils erstmaliges Reinigen der Pfoten, Anlegen des Geschirrs, von hinten über ihn beugen um die Leine zu entwirren usw..

    Solange Sammie zu dem Menschen kein Vertrauen aufgebaut hat sind diese Handlungen für ihn bedrohend
    und während unser Kimmi sich dann zurückziehen oder es ertragen würde geht Sammie nach vorne.

    Heute ist das für Sammie mit seinen Pflegeeltern übrigens kein Problem mehr.
    Speziell dem Pflegepapa (Rudelführer) vertraut er mittlerweile völlig. Der darf ohne abweisende Reaktion alle erforderlichen Dinge machen.
    Das schließt das Einkremen von wunden Stellen ebenso ein wie das Prüfen des Heilungsfortschrittes bei entzündeten Ohren.



    Es gibt Geräusche, die bei Sammie zu angstagressiven Reaktionen führen:

    Das Startgeräusch unseres Akkumähers, den er anfänglich regelrecht attackierte und biss, ebenso bestimmte Fahrgeräusche von vorbeifahrenden Autos.
    Grundsätzlich hat Sammie kein Problem mit Maschinengeräuschen, auch große Traktoren und LKWs interessieren ihn noch nicht mal am Rande aber dann kommt der eine Wagen...
    man kann es (noch) nicht vorhersehen.
    Sammie versucht dann den vorbeifahrenden Wagen zu attackieren, was die Leine verhindert.
    Als Ergebnis daraus wird dann die Leine heftig bearbeitet, begleitet von aufgeregtem Knurren.

    Aus dieser Nummer kommen wir dadurch raus, dass ich mich vor ihn hinhocke und ruhig mit ihm rede, nach 2-3 Minuten ist dann die Angst verarbeitet
    und es geht weiter, als wenn nichts gewesen wäre.



    Hundetreffen können ebenfalls eine spannende Angelegenheit werden:

    Hündinnen und kastrierte Rüden sind kein Problem, dafür aber unkastrierte dominante Rüden und temperamentvolle, ungezügelte Junghunde beiderlei Geschlechts!

    Wer mit Sammie momentan unterwegs ist muss recht vorausschauend sein, um mögliche Konfliktsituationen frühzeitig zu erkennen und zu verhindern.
    Das klappt leider dann nicht, wenn der /die entgegenkommende Hundeführer*in eher das Smartphone ausführt als den Hund und auch durch Rufen nicht erfasst, dass sich was anbahnt ...

    Sammie kann mit solchen Treffen nicht umgehen, er kann die anderen Hunde nicht „lesen“ und sendet dadurch auch missverständliche Signale, eben sowenig kann er unterscheiden,
    ob Hunde spielen oder kämpfen. Er wird dann hochgradig unsicher, ist ängstlich und überfordert und reagiert aggressiv, eine Alternative kennt er bisher nicht.

    Das gehört mit zu dem verschmusten, im Haus völlig ausgeglichenen Sammie, ebenso wie:



    Abneigung vor Autofahren:

    Er ist nur durch Tricks und schwer ins Auto zu bekommen und während der Fahrt unruhig und ängstlich = wir arbeiten dran und sehen schon erste kleine Fortschritte.



    Jagdtrieb:

    Der ist bei Sammie stark ausgeprägt. Im Gelände ist die Nase immer auf Witterung eingestellt und wenn Wild auftaucht sind alle Kräfte nötig um ihn zu bändigen.
    Seine Aufregung ist in diesem Moment weithin hörbar.
    Auch daran arbeiten wir, wobei wir den Jagdtrieb nicht abschalten können aber sein überschäumendes Verhalten abschwächen wollen.



    Leinenführigkeit:

    Wie schon im vorherigen Beitrag erwähnt ist Sammie in diesem Bereich völlig unbelastet.
    Ihm ist nie erklärt worden, dass die Richtung, das Tempo usw. am hinteren Ende der Leine bestimmt werden, also entscheidet er von vorne.
    Hinzu kommt, dass er in unbekannter Umgebung von den neuen Einflüssen völlig überfordert wird und, wie ein Welpe, hektisch von links nach rechts und wieder zurück hüpft.
    Aufforderungen und Befehle prallen ab, er kennt sie bis heute nicht.
    Ja, wir arbeiten daran ebenfalls...

    Um es am Ende dieses Beitrags nochmal ganz deutlich zu machen:

    !!!Sammie ist kein Problemhund!!!



    Sammie ist ein sensibler, liebebedürftiger, verschmuster und anspruchsloser Vertreter, darüber hinaus sehr aufgeschlossen neue Erfahrungen zu machen und lernbereit!

    In seinem bisherigen Leben hat es unschöne Vorkommnisse und Versäumnisse gegeben, dadurch und damit hat er jetzt Probleme.

    Hier in seiner Pflegestelle arbeiten wir bereits an Schritt-für-Schritt-Lösungen und sehen auch schon erste Fortschritte.

    Da Verhaltensweisen. die sich 8 Jahre lang festigen konnten nicht in Tagen oder Wochen abzubauen sind braucht Sammie ein souveränes neues Zuhause, das im Sicherheit gibt und bereit ist,
    ihn mit seinen aktuellen Baustellen zu akzeptieren, und geduldig weiter an ihnen zu arbeiten.

    Als ob wer mitlesen würde ist Sammie gerade aus seinem Hundebett aufgestanden und zu mir an den Schreibtisch gekommen um sich intensiv beschmusen zu lassen...

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