Retriever and friends e.V. feiert seinen ersten Geburtstag!

Heute vor einem Jahr ist ein neuer Verein in das Vereinsregister der kleinen Stadt Lörrach eingetragen worden.
Eine Alltäglichkeit, nichts Besonderes - sollte man meinen.

Besonders und gar nicht alltäglich allerdings waren die Freude, die Aufregung, die Hoffnungen, ja, auch die Zweifel der 10 Menschen, die diesen Verein ins Leben gerufen haben. Geboren aus einem Gedanken, entstanden aus vielen Gesprächen, getragen durch diese 10 Menschen, bekam der Welpe den Namen "Retriever and friends" nun ganz offiziell mit dem Zusatz des eingetragenen Vereins, der anerkannten Gemeinnützigkeit und dem Leitgedanken im Herzen, in Not geratenen Retrievern zu helfen.

Zeit für Rührung über das neugeborene Wesen, in das so viele Hoffnungen gesetzt wurden, gab es nicht:
Die ersten Retriever, die die Hilfe dieses Vereines dringend brauchten, standen schon vor der Tür oder befanden sich gar schon in den ersten Pflegestellen:


Diese vier Hündinnen stehen für den Anfang eines Vereins, der in den vergangenen 12 Monaten eine überwältigende Entwicklung durchlaufen hat, die sich niemand zu erträumen gewagt hätte.

Ärmel hochkrempeln war angesagt am Anfang des Jahres 2008: Viele Hunde warteten darauf, aus ihren teils erbärmlichen Lebensbedingungen befreit zu werden, Arbeitsbereiche mussten strukturiert, die Homepage gestaltet werden, das interne Tierschutzforum war schon kurz vor Weihnachten 2007 eröffnet worden.

Und der Schneeball fing an zu rollen…
Es sprach sich schnell herum, dass es einen neuen Tierschutzverein gibt, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, in Not geratenen Retrievern zu helfen. Täglich meldeten sich in den ersten Wochen neue Mitglieder an, gingen Pflegestellenbewerbungen, Fördermitglieds- und Patenschaftsanträge ein, die ersten Vermittlungserfolge waren zu verzeichnen. Der "Vereinswelpe" wurde schnell zum Junghund, der auf gar nicht mehr so wackeligen Pfötchen die ersten größeren Schritte wagte.

Die ersten Fahrketten wurden organisiert, das erste Teamtreffen stand an, man traf sich zu ersten Mitgliederspaziergänge mit Hunden. Das Forum wuchs und wurde zu einem Ort der Begegnung. Menschen, die sich verloren glaubten, fanden sich wieder, neue Freundschaften wurden geknüpft, kleine persönliche Mensch-Hund-Netzwerke entstanden.

Jedes Retriever and friends-Mitglied hat sicherlich seine ganz eigenen fröhlichen, berührenden, auch traurigen Erfahrungen und Erlebnisse im vergangenen Jahr mit unseren Schützlingen gehabt und erlebt, je nachdem mit welchem Hund er/sie näher zu tun hatte, welche Fellnase man vielleicht sogar persönlich kennen lernen konnte oder an welchem Schicksal er/sie besonders Anteil genommen hat. Und so schauen wir Alle auch ganz persönlich auf das vergangene erste Jahr zurück.

Jedes einzelne Schicksal unserer Schützlinge hat uns sehr berührt, einige gingen uns ganz besonders unter die Haut.

An einige dieser bewegenden Momente wollen wir noch einmal erinnern - an:

  • Die Einrichtung der ersten Welpenstube im Verein, als die ehemalige Vermehrerhündin Berenice mit ihren drei Wochen alten Welpen abgegeben wurde.
  • Die Geburt der ersten Vereinsbabies, nachdem die hochträchtige Hündin Irma aus der Tötung Nordfrankreich in eine unserer Pflegestellen eingezogen war.
  • Die Ankunft von Jette und Nele, zweier ehemaliger Zuchthündinnen, die abgemagert und in einem erbärmlichen Gesundheitszustand zu Freunden kamen.
  • Die Übernahme der kleinen Angstmaus Sera, die noch immer ein Zuhause sucht und der drei Hündinnen Bounti, Nougat und Jenny, denen wir nach 9 bzw. 10 jährigem Dasein als Zuchthündinnen ein Leben in Freiheit und Geborgenheit schenken wollten. Für Jenny ist dieses Leben leider nur ein Traum geblieben - sie verstarb auf der Fahrkette, die sie in ihre Pflegefamilie bringen sollte.
  • Die Aufnahme von Marlon, eines als verhaltensauffällig eingestuften Junglabradors, der eingeschläfert werden sollte und durch R&f seine wahre Lebensaufgabe als Drogenspürhund beim Zoll fand.
  • Die Geschichten der beiden 10jährigen Abgabehunde Bobo und Kenny, die - stellvertretend hier genannt für viele weitere Abgabehunde - noch im hohen Alter ihre Familien verlassen mussten und beide nun bei älteren Ehepaaren ihren Lebensabend genießen dürfen.
  • Die Aufnahme der beiden ehemaligen Blindenführhunde Pasqua und Bob, die nach einem arbeitsreichen Leben im Dienste des Menschen das Glück hatten, auch im Alter von 12 und 13 Jahren bei Freunden noch ein liebevolles Plätzchen für ihr Renterdasein zu finden.
  • Die Geschichten von Rocky und Spike, zweier ehemaliger Zwingerhunde, die bei Freunden das erste Mal in ihrem Leben ein kuschliges Plätzchen im Haus ihr eigen nennen konnten.
  • Die erste Zuchtauflösung, durch die Cash, Jackson, June, Sydney und Hershey die Chance hatten, zu Freunden zu kommen.
  • Die Befreiung der ersten Hunde aus der Tötung in Nordfrankreich, durch die Hancock, Jonas und Tarek vor dem sicheren Tod gerettet werden konnten.
Und natürlich an:
  • Den ersten Fernsehauftritt von R&f bei "Tiere suchen ein Zuhause" im WDR, der für uns eine große Chance war, auf den Verein, unsere Arbeit und unsere Schützlinge aufmerksam zu machen.
Unvergessen bleiben uns Melli, Ella, Jenny, Pasqua, Chicco und Parker, die nur kurze Zeit die Geborgenheit und Liebe der Menschen in ihrer Pflegestelle/Adoptivfamilie erfahren durften, bevor sie, begleitet von Freunden, ihren letzten Gang über die Regenbogenbrücke angetreten sind.

Ein von Herzen kommendes Dankeschön geht an dieser Stelle an all die Menschen, die es möglich gemacht haben, das Retriever and friends e.V. in den vergangenen 12 Monaten so vielen Hunden helfen konnte:

Den Paten, Spendern, Fördermitgliedern, Pflegestellen, Fahrkettenteilnehmern, Adoptivfamilien, den stillen Lesern unserer Internetseite, die unseren Gedanken weitertragen, den Kontaktpersonen anderer Organisationen, die Vertrauen gefasst haben und auch weiterhin mit den "Freunden" zusammen arbeiten möchten, den befreundeten Tierschutzforen, die unsere website verlinkt haben und immer wieder ihre tatkräftige Hilfe anbieten - und nicht zuletzt den Familienmitgliedern all der oben genannten Personen, die Geduld, Durchhaltevermögen und Verständnis dafür haben, wenn Mutter/Vater/PartnerIn in Sachen Notfallhund unterwegs, am PC, am Hundekorb oder am Telefon sind.

Es hat sich in den vergangenen 12 Monaten gezeigt: Nur eine Gemeinschaft von vielen Menschen, die das gleiche Ziel haben, zusammen arbeiten, sich zusammen freuen, zusammen weinen, mitfiebern und ihre ganz eigenen Stärken dem Verein zur Verfügung stellen, kann Großes erreichen - zum Beispiel, das anfangs bescheiden gesetzte Ziel, vielleicht 20 Hunden im ersten Jahr ein gutes Zuhause zu ermöglichen, um das über Sechsfache zu übertreffen!

Die Aufnahme von über 130 Hunden in unserem ersten Vereinsjahr wäre nie möglich gewesen ohne den starken Zusammenhalt dieser großen Gemeinschaft, die nicht nur zu Freunden sondern fast zu einer Familie zusammengewachsen ist.

Wir feiern also heute nicht nur den ersten Geburtstag unseren Vereines Retriever and friends e.V., sondern stoßen auch an auf einen gewachsenen "Familienverband".

Zeit sich zu freuen, auch einmal inne zu halten, zurück zu schauen auf ein aufregendes, arbeitssames, ab und zu auch belastendes, trauriges, aber insgesamt positives und sehr erfolgreiches erstes Jahr angesichts dieser Hunde...


.. und in der Gewissheit und Vorfreude auf die vielen Vierbeiner, die da draußen noch in zugigen Zwingern, dunklen Vermehrerboxen, Tötungsstationen und anderen traurigen Lebensumständen auf unsere Hilfe warten und dringend angewiesen sind!

Möge dieser Verein weiter wachsen und gedeihen - weiterhin behutsam und verständlich geführt, vorausschauend und verantwortungsvoll agierend, respektvoll und einfühlend reagierend.